Kategorien
Aktuelles / Termine

Gemeinsam sind wir Stark

Weshalb sich der Inklusionsbeirat der Stadt Kaiserslautern an den von Verdi organisierten Sozialprotesten beteiligt.

Schon am 9.Mai diesen Jahres haben wir im Zusammenhang mit dem Protesttag für die Menschen mit Behinderung gegen die Kürzungs und Streichpläne der Regierenden demonstriert. Ausgangspunkt war ein durch den „Paritätischen“ geleaktes Papier aus den Hinterzimmern derjenigen, die sich berufen fühlen Sozialleistungen und Teilhaberechte zusammenzukürzen. In diesem Fall setzte diese sich aus Vertreter*innen der kommunalen Spitzenverbände, einiger Landesregierungen und dem Bund zusammen.

Ihre Vorschläge zielen auf radikale Einschnitte bei sozialen Unterstützungsleistungen. Individuelle Rechtsansprüche auf Assistenzleistungen und Schulbegleitung sollen gestrichen, das Wunsch- und Wahlrecht von Menschen mit Behinderungen eingeschränkt, die Nachbetreuung junger Erwachsener aus der Jugendhilfe abgeschafft und der Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende zusammengestrichen werden. Manche Vorschläge widersprechen offen der UN-Behindertenrechtskonvention und der UN-Kinderrechtskonvention.

Wir protestierten am 9.Mai mit einem Demozug von über 300 Menschen mit und ohne Behinderung gegen diese menschenrechtswidrigen Planungen. Diese sind noch immer noch nicht abgewehrt. Tagtäglich kommen neue Grausamkeiten dazu, die die Mehrheit der Menschen in diesem Land fundamental betreffen. Die Regierenden sind im Moment dabei den Sozialstaat zu schreddern.

Angefangen wurde bei den Grundsicherungsbezieher*innen, denen nicht nur immer weitere Mittel zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben beschnitten werden. Gerade Menschen mit psychischen Problemen und Menschen mit Schwierigkeiten die Formulare vom Amt richtig erfassen zu können, müssen Angst vor 100% Sanktionen und Obdachlosigkeit haben.

Arbeitende laufen Gefahr immer mehr Arbeitsrechte zu verlieren. Der 8 Stundentag ist nur ein Teil davon. Die Gesundheitsversorgung, Leistungen zur Pflege – für Pflegende und die zu Pflegenden – werden in Frage gestellt, die Altersversorgung steht noch mehr als schon in der Gegenwart auf dem Spiel, Geflüchtete und Migrant*innen werden in einem Maße abgeschoben, das nur als willkürlich bezeichnet werden kann.

Anstatt ernsthaft zu überlegen, wie man den gesellschaftlichen Reichtum, der unzweifelhaft vorhanden ist, so umverteilt, dass nicht zuerst die Wehrlosesten an den Haushaltsdefiziten leiden müssen, werden weiterhin fleißig Streichlisten und Kürzungsvorschäge in Gesetze gegossen. Dies ist ein Armutszeugnis für die politisch Verantwortlichen.

Wir sind alle gemeinsam den Angriffen der Regierenden ausgesetzt und müssen uns gemeinsam wehren. Wir sind die Mehrheit in diesem Land, wenn wir gemeinsam und solidarisch handeln. Deshalb rufen wir dazu auf sich an den Sozialprotesten, für die die Kundgebung am Samstag, den 11.07., die nur ein Anfang sein kann beteiligen.

Kommt alle zur Kundgebung!

Hande weg vom Sozialstaat
Schillerplatz, Kaiserslautern
Samstag, 11. Juli 2026, 10:00 Uhr

Carsten Ondreka
(Vorsitzender des Inklusionsbeirats)

Kategorien
Aktuelles / Termine

Einladung zum Aktionstag für Inklusion in Kaiserslautern am 9.Mai 2026

Am Samstag, 09. Mai 2026 findet in Kaiserslautern der Aktionstag Inklusion statt. Hierzu laden wir Sie herzlich ein!
Wir rufen für Inklusion, Solidarität  und Teilhabe auf und werden laut gegen Diskriminierung und Ausgrenzung.
Die aktuellen Bewegungen in Richtung Kürzungen in der Eingliederungshilfe wollen wir nicht einfach so akzeptieren – Menschenrechte und die UN-Behindertenrechtskonvention sind nicht verhandelbar!


Weiterhin soll es  im Sinne der Inklusion keinen Neubau von Förderschulen in Kaiserslautern geben – inklusive Bildung als Chance nutzen! Jetzt!

Seien Sie dabei!
Protestmarsch, Samstag, 09. Mai 2026, 11-12 Uhr
Start: Stiftsplatz (Ecke Deutsche Bank) Kundgebung
Protestmarsch durch die Stadt – verschiedene Kundgebungen
Abschluss: Stadtteilfest im Stadtpark
Bringen Sie Ihre Forderungen auf Schildern und Plakaten mit!

Kategorien
Neue Artikel zu Inklusion und Barrierefreiheit (Extern)

Offener Brief an Carsten Linnemann (CDU): Kritik an seiner Forderung nach einem Register psychisch auffälliger Menschen

Eine Stellungnahme des Landesnetzwerks Selbsthilfe Psychiatrie-Erfahrener RLP e.V.:

Quelle: https://shpe-rlp.de/register-gefaehrder.html

Kategorien
Neue Artikel zu Inklusion und Barrierefreiheit (Extern)

Inklusion ist keine Frage des Geldes – Es geht um gleichwertige Teilhabe!

aus „RAUL KRAUTHAUSEN | SENT FROM MY WHEELCHAIR

Inklusion ist mehr als eine wirtschaftliche Notwendigkeit – sie ist ein grundlegendes Menschenrecht! In meiner Rede auf dem Vielfaltskongress der GRÜNEN habe ich klargemacht, dass behinderte Menschen nicht nur dann wertvoll sind, wenn sie dem Arbeitsmarkt dienen. Inklusion bedeutet gleichberechtigte Teilhabe für alle – unabhängig von Produktivität oder Leistungsfähigkeit. Doch warum sind wir in Deutschland noch so weit von echter Inklusion entfernt? Wie wir das System grundlegend verändern müssen, um wirklich alle Menschen willkommen zu heißen.

Aber was ist Inklusion überhaupt?

Um zu verstehen, wie die Inklusion aussehen soll, die wir uns wünschen, greife ich gerne auf eine Analogie zurück, die wie folgt lautet:

Inklusion ist wie im Park sein. Nehmen wir mal einen öffentlichen Park. Viele unterschiedliche Menschen kommen hier her, mit dem Plan, einen schönen Tag zu verbringen. Wenn ich im Park bin, habe ich als Besucherin keinen Einfluss darauf, wer mit mir in diesem Park ist. Und natürlich muss ich mich nicht mit allen gleich gut verstehen. Manchmal geht mir sogar gegen den Strich, was andere Personen oder Gruppen tun. Doch wenn mir meine Nachbarinnen nicht passen, habe ich jederzeit die Möglichkeit, mich woanders hinzubegeben – wenn der Raum groß und barrierearm genug ist. In den Park kommen Menschen vor mir rein, andere gehen nach mir raus. Es gibt eine gemeinsame Zeit, die wir im Park verbringen. Und jeder ist von Natur aus willkommen und hat das Recht, dort zu sein und teilzuhaben. Natürlich so lange man sich an bestehende Regeln hält, wie keinen Müll auf den Boden werfen und sich anständig benehmen. Verstößt jemand gegen diese Regeln, kann diese Person von Parkwächterinnen (also von Menschen, die für die Einhaltung von Regeln sorgen sollen) hinausgeschmissen werden.

Solche barrierefreien Orte der Begegnung sollte es überall geben: Klassenräume, Kindergärten, Arbeitsplätze, Kulturräume, Mobilitätsräume, Freizeiträume. Orte, an denen nicht jede*r einzelne entscheidet, wer willkommen ist und mitmachen darf. Sondern, an denen alle teilhaben dürfen, solange sie dich anständig verhalten.

Das wäre gelebte, wahrhaftige Inklusion. Uns müssen dieselben Räume auf dieselbe Art zur Verfügung stehen, wir müssen gleichberechtigten Zugang zu Gebäuden und Angeboten haben und müssen einander in unserer Vielfalt, in unserer Einzigartigkeit akzeptieren, oder zumindest hinnehmen….

Zum vollständigen Artikel: https://raul.de/leben-mit-behinderung/inklusion-ist-keine-frage-des-geldes-es-geht-um-gleichwertige-teilhabe/